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Am vergangenen Sonntag, den 16.12.2018, trafen wir zu Hause auf einen wohlbekannten Kontrahenten. Der Schwarzenbeker SK II ist nicht erst seit gestern in der Bezirksliga A Ost und nachdem wir im Jahre 2016 eine knappe Niederlage als Gast Einfuhren und die Herzogtum Lauenburger vergangene Saison kampflos Aufgaben, stand uns ohnehin noch das Revancherecht zu.

Unglücklicherweise stand der Mannschaftskampf von Beginn an unter keinem guten Stern, weil sich Jens-Tarek krankmeldete. An dieser Stelle wünsche ich, im Namen des gesamten Teams, eine gute Besserung. Mannschaftskapitän der Gegner, Ansgar Plauz, gewann somit kampflos.

Philipp Stülcken konnte seinen beeindruckenden 100%-Score beibehalten. Er gewann auch in dieser Liga Runde souverän das 8. Brett und steht damit bei 4/4.

An Brett 6 war ordentlich Feuer in der Partie, Knut Kloerss hatte von Anfang an gezeigt, in welche Richtung sich die Partie entwickeln sollte und seinem Gegner keine freie Minute gelassen. Er hielt, was seine Eröffnung versprochen hatte und brachte Lübeck erstmals in Führung.

Hartmut Gabor nahm sich daran ein Beispiel und entschied in der Folge das Spitzenduell für sich.

Auch ich konnte kurz darauf meine Partie gegen Dr. Classen gewinnen, wonach es 4:1 stand. Der Sieg schien gewiss, trotz Rückstand.

Allerdings scheint auf unserem Ausweichlokal im Mondhöfe Weg (Austragungsort unserer Begegnung) ein Fluch zu liegen, der vor allem die Familie Silini quält. Bereits nach einer Niederlage in der letzten Runde hatte Brahim Silini mich, mehr scherzhaft, als ernst gemeint, darum gebeten, nicht mehr dort spielen zu müssen. Als nicht abergläubischer Mensch ging ich, die Warnung ignorierend, unbesorgt mit meinem Team in den folgende Mannschaftskampf, jedoch ist anscherinend doch nicht alles in Ordnung, mit der umfunktionierten Senioren-Begegnungsstätte.

An Brett 2, besetzt mit dem jüngeren Silini, sah es von vornherein nicht besonders gut aus. Jalel schätzte seinen Angriff als zu gut ein, als er zu einem Turm auf H1 griff und dem Gegner dafür zwei Figuren überließ. Mit einem rochierten König mag das auf den ersten Blick auch nicht allzu nachteilhaft aussehen, doch wie ich schon vor Jahren als Anfänger lernte: Die Dame kann alleine nicht mattsetzen. Und diese alte Weisheit bestätigte sich. Jalel gelang es nicht, weitere Truppen zu mobilisieren, verlor die Angriffsinitiative und wurde in der Folge überspielt.

Bei seinem Vater sahen die Dinge ebenfalls von Anfang an klar aus, jedoch zu Lübecker Gunsten. Schwarz (Brahim) dominierte durchgängig die Partie. Seinen in der Eröffnung erworbenen Vorteil brachte unser Brett 7 durch die ganze Partie, mit Mehrbauern und Läufer gegen Springer im Leichtfigurenendspiel sollte die Sache dann schlussendlich relativ schnell gegessen sein, so zumindest die Annahme. Und selbst wenn Brahim keinen Gewinnweg finden sollte, verweise ich an dieser Stelle noch einmal auf das vorangestellte Ergebnis: Auch ein Remis würde uns den Mannschaftssieg sichern. Denn bei Alexandra an Brett fünf war zu diesem Zeitpunkt noch alles offen.

Doch Brahim verpasste den richtigen Moment die Leichtfiguren zu tauschen, zählte das Bauernendspiel falsch ab und verlor schließlich. Ihn selbst hat das wohl am meisten geärgert, denn die Pechsträhne geht weiter. Brahims Aussage war, dass das die letzte Partie seinerseits in diesem Spiellokal gewesen sei.

An dieser Stelle aber die Motivation von meiner Seite aus, negative oder positive Ereignisse niemals von einem einzigen Attribut abhängig zu machen. Ich kenne einen Mann, der Golf spielt. Er ist zugegebenermaßen ein ziemlich schlechter Golfspieler. Immer wenn er ein furchtbares Match gespielt hat, nimmt er Golfstunden bei einem Golftrainer. Danach verbessert sich seine Leistungen etwas. Das schiebt er natürlich auf seinen Golftrainer. Weiteres Beispiel:

Ein bekannter Broker, seinerzeit einer der engsten Vertrauten von Warren Buffett, führte, sobald seine Kurse fielen, auf der Toilette eine Art Regentanz auf. In der Folge stiegen die für ihn relevanten Kurse meistens wieder. Ich denke, es ist klar, was ich sagen will.

Erfolgs-oder Unglückserlebnisse sollten wir nicht von Orten oder Ritualen abhängig machen. Das nächste Match wäre vermutlich auch ohne den Golftrainer wieder besser gelaufen und die Kurse wären vermutlich auch ohnehin wieder gestiegen. Genau nach diesem Prinzip hast du, solange deine eigene Motivation stimmt, auch in der kommenden Partie im Mönkhofer Weg genau die gleiche Chance einen Gegner zu schlagen, wie im Clubheim oder sonst wo.

Zurück zum Schach: Es stand nun also 4:3. Alexandra musste das Remis holen, um den Sieg zu sichern.

Ihr Gegner besaß zwar die Ambition weiterspielen zu wollen, doch Alexandra fand die Möglichkeit, mitten auf dem Spielfeld eine Stellungswiederholung zu forcieren. Schachfreund Dyck nahm dann doch lieber den halben Punkt mit, als mit Qualität oder Minusbauern weiterspielen zu müssen. Nach etlichem Mal hin und herziehen, verständigte man sich mit Hand und Fuß und unter Einbeziehung nebenstehender Person dann schließlich aufs Remis. Wie war das noch gleich mit der Reklamation bei einer Stellungswiederholung?

Zur Erinnerung, und weil ich es immer wieder falsch sehe: Sollte es im nächsten Zug zu einer dreizügigen Stellungswiederholung kommen, und der Spieler möchte Remis reklamieren, so schreibt er den Zug auf, hält die Uhr an und holt den Schiedsrichter hinzu. Er verweist auf den aufgeschriebenen Zug und sagt, dass dieser mit Ausführung die dreizügige Stellungswiederholung nach sich zieht. Der Schiedsrichter fragte in der Folge nach beidseitiger Akzeptanz der Punktteilung. Sollte es von einer Partei bedenken geben, wird die Partie im Nebenraum nachkonstruiert. Das Feststellen einer richtig reklamierten Stellungswiederholung beendet die Partie sofort mit einem Unentschieden.

Lübeck gewinnt also zu Hause knapp mit 4.5 zu 3.5.

Im neuen Jahr geht es dann Ende Januar gegen Bad Schwartau. Bis dahin wünsche ich allen erholsame Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!