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Nach einer Regenerationspause darf LSV 1 auch wieder gegen Mannschaften von der holländischen und polnischen Grenze antreten. Das Gros der Jugendbundesligamannschaft ist jetzt fester Bestandteil der Mannschaft und am Spitzenbrett triitt mit Sergej Kalinitschew ein alter Bekannter an. Ein Saisonziel hatten wir nicht, denn unser ELO-Schnitt reicht nur zum letzten Platz und bei drei Absteigern ist der Klassenerhalt weit weg.

Neu eingeführt ist in der Nordstaffel in dieser Saison der Doppelspieltag, d.h. zwei Partien an einem Wochenende und vier Teams an einem Ort. Zu Beginn hatten wir ein Heimspiel. Unser Vereinsheim ist allerdings zu klein hierfür denn beide Begegnungen müssen in einem Raum stattfinden. Wir fanden in der Handwerkskammer eine ideale Spielstätte und glücklicherweise mit dem Klub 111 auch einen Sponsor für die Saalmiete.

Der erste Gegner war der HSK 2 und mit einem ELO-Plus von 600 Punkte klarer Favorit. Doch der Kampf begann aussichtsreich, da Martin kurzen Prozess machte und mit Schwarz in 21 Zügen Matt setzte.

Colpe - Kololli: 16.Te1-f1 entzieht der Dame die Deckung und nach Th4 wurde es Matt.

 

Mein Remis folgte und Sergej hatte starke Initiative, die zum nächsten Sieg führte. Michael erreichte problemlos ein weiteres Remis. Frederik gewann eine Qualität, in der Zeitnotphase lief leider etwas schief und das ungleichfarbige Läuferendspiel war Remis. Tigran verlor verdientermaßen und damit 3,5:2,5 nach vier Stunden.

Die Nacht war noch weit enfernt und die beiden letzten Partien sollten weitere zwei Stunden Hochspannung liefern. Alexander hatte im Mittelspiel einen Bauern verloren und hoffte jetzt auf die ungleichfarbigen Läufer. Die anwesenden Schwerfiguren entwerten diese Hoffnung bekanntermaßen etwas und das Leiden nahm seinen Lauf. Dirk hatte im 38.Zug das Matt übersehen und stattdessen einen Bauern verloren.

 

38.Txe5 dxe5 39.Dd8 Ke6 40.Lxc4 Txc4 41.Td6#

Es sah nach gutem Beginn nach einer Niederlage aus. Caissa war allerdings auf unserer Seite. Alexanders Gegner sah mehrfach den Knockout nicht,

zum Beispiel: Db8 mit der Idee Dh8-h1# gewinnt,

 und ließ einen Freibauern loslaufen, was zu einer Zugwiederholung und zum Remis führte 4:3, sehr gut. Dirk stand auch am Abgrund und ein Hauch hätte zum Sturz ausgereicht, doch ein falscher Abtausch vermied den Fall und Turmendspiele sind alle Remis. 4,5:3,5

Der weiße Turm steht patt und daher Schwarz nach Tg7 auf Gewinn. Doch 56.-Lxe4 ist zu gierig und nach 57.Lxe4 Txe4 58.Ke2 tauschte Weiß c3 gegen g3 und erreichte durch seinen eigenen Freibauern Gegenspiel und das Remis.

 

Am Sonntag hieß der Gegner FC St.Pauli, der noch stärker als der HSK 2 einzuschätzen war.Trotzdem blieb der Kampf lange spannend. Sergej vermied jedes Risiko und erreichte das angestrebte Remis. Auch Alexander kam gut aus der Eröffnung und hatte keinerlei Probleme das Remis zu erlangen. Ich hatte in der Eröffung gepatzt und quälte mich noch einige Zeit in einer positionell  verlorenen Stellung 1:2. Michael hatte zwar einen Bauern weniger, der Doppelisolani war jedoch nicht viel wert 1,5:2,5. Frederik spielte einen Igel. Als er seine Stacheln ausfuhr, zuckte sein Gegner zurück statt dagegen zu halten und verlor zwei Bauern. 2,5:2,5

Mit 23.-d5 wurde Frederik aktiv. 24.cxd5 exd5 25.Sd1? dxe4 26.Txc7 exf3 27.Sxf3 Sxf3 28.Lxf3 Lxf3 29.gxf3 Dxf3 30.Kh2 De2 31.Lf2 De5 32.Lg3 Txc7 33.Lxe5 Txc1 34.Txc1 Txe5 war dann hoffnungslos für Weiß.

Martin entfaltete enormen Druck und erreichte großen Vorteil. Den KO übersah er und seine Gegnerin zeigte ihre Klasse und nutzte sämtliche Verteidigungsressourcen zum Remis 3:3.

25.Sd8 gewinnt

Tigran verlor in der Zeitnotphase einen Bauern, doch das Leichtfigurenendspiel bot auf Grund der aktiven Figuren Chancen auf ein Remis. Leider hatte Dirk einen Blackout als er

mit 33.-Lxh2 eine Figur opferte, aber nach 34.Kxh2 Dxf2 35.Dg2 übersah. 33.-d2 hätte klaren Ausgleich ergeben. So kämpfte Tigran noch lange aber vergebens. Sein Remis schaffte er, St.Pauli gewann 4,5:3,5. 

 

Die nächste Doppelrunde fand in Rüdersdorf statt. Man fährt nach Berlin und anschließend nach Osten. Ein kleiner Ort in Brandenburg. Zunächst traten wir gegen den Gastgeber an, eine Mannschaft mit ausschließlich polnischen Spielern, von der Spielstärke etwas stärker als HSK 2 einzuschätzen. Wir sahen uns daher nicht ganz chancenlos.

Waren wir dann auch nicht, im Gegenteil: 5,5:2,5 lautete das Endergebnis und war vollkommen verdient.

Dirk legte mit einem Kurzremis das Fundament. Viele Stellungen sahen gut aus. Lediglich Frederik bereitete Sorgen. Aber nach und nach kamen kleine polnische Fehler und die Waage neigte sich deutlich auf unsere Seite. Meine Partie endete als nächste.

Ich hatte eine Mattidee erspäht und hoffte nach 27.-Th5 auf 28.Dd2 Tdh8 29.Dxf2 Txh3 30.gxh3 Dxh3 31.Kg1 Dh1#.  Alternativ 28.Txf2 Txg5 29.Txf7 Dxf7 30.Lxf7 Txg2 ergäbe großen Vorteil, doch mein Gegner fand mit 29.Lxg5 noch eine Rettung und nahm nach Tf8 mein Remisangebot an.

Tigran spielte eine  Maroczy-ähnlichen Aufbau und hatte einige Bauernschwächen geschaffen. Mit Unschuldsmiene zog er seine Dame ganz weit zurück.

Doch wer Tigran kennt, hätte aufgepasst, denn 32.Dh2 stellt eine Drohung auf. 2:1

Frederik hatte heute das Glück des Tüchtigen. Eine kleine Ungenauigkeit reichte ihm, um sich zu entwirren, einen Bauern und dann die Partie zu gewinnen 3:1. Auch Michael nutzte die kleinen gegnerischen Schwächen und vollendete zum 4:1. Alexander kam aus dem taktischen Gemetzel in der Eröffnung mit einem Mehrbauern heraus. Doch dann stellte er seine Figuren zu passiv auf und das gegnerische Läuferpaar erwachte und zeigte seine Kraft 4:2. Sergej hatte sich exzellent vorbereitet und es wurde ein Spiel auf ein Tor. Den ersten Elfmeter verschoss er, doch er erspielte sich eine zweite Chance und verwandelte zum 5:2. Martin erzielte wieder großen Vorteil und erspielte sich diese Mal einen Mehrbauern. Doch die Abwicklung ins Läuferendspiel war verkehrt und daher nur Remis 5,5:2,5.

Die Stimmung am Abend war entsprechend, doch die nächste Hürde wartete am Morgen und war noch etwas höher. Der Tabellenführer SF Berlin 2 war dann zu stark für uns und am Ende stand ein verdientes 2:6.

Erwähnenswert ist nur die Leistung von Frederik, der mit seinem Gegner kurzen Prozess machte und mit 3,5 aus 4 Kurs auf eine IM-Norn nimmt.

Mit 4:4 Punkten liegen wir überraschend gut im Rennen um den 7.Platz, der den Klassenerhalt bedeutet. Die nächste Doppelrunde werden wir gegen die beiden stärksten Teams wahrscheinlich auf verlorenem Posten stehen, aber dann steht ein vorentscheidender Kampf gegen Rotation Pankow bevor.