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Meister! Erster! Aufstieg!

Es ist erreicht. Eine Runde vor Saisonende ist in der Bezirksklasse Ost A der Lübecker SV VIII von der Tabellenspitze nicht mehr zu verdrängen.

Nach der Runde 5 vom 20.01.19 sah in dieser Klasse das Tabellenbild wie folgt aus: LSV VIII führte mit fünf Siegen (10:0, 28,5) vor dem Lauenburger SV(8:2, 26,5). Gleich zum Anfang der Saison gab man zwei Punkte ab (je 4:4 gegen SV Bad Schwartau IV und TuRa Harksheide II). Viele Jahre konnten sich die Lauenburger unter Führung von Michael Wiechmann  auf Verbandsebene behaupten. In der Saison 2016/17 dann der Abstieg, der diese Mannschaft bis in die Bezirksklasse führte. Trotz des herausragenden Ergebnisses von 7/8 durch M. Wiechmann an 1 belegte man in der Spielzeit mit gerade zwei Punkten den letzten Platz.

Unter diesen Vorzeichen fuhren wir  am 3.2.19 zum entscheidenden Zweikampf (Zweiter gegen Erster) an die Elbe und kehrten gegen 15.00 Uhr mit dem Meisterschaftsbrief in der Tasche wieder heim.

Damit war weder zu Beginn dieses Vergleichs und auch zwischendurch nicht zu rechnen. Pünktlich waren wir vor Ort und pünktlich ging es los. Der Kaffee war gratis! Relativ frühzeitig lagen wir mit 1,5:0,5 vorn. An Brett 7 hatte Niklas Senechal remisiert. Vielleicht etwas zu früh meiner Meinung nach. Verfügte er doch über einen gesunden Mehrbauern und auch deutlichen Raumvorteil. Französisch Abtausch, wenn ich mich recht erinnere. Andererseits musste mit verlorenem Rochaderecht noch seinen Königsflügel konsolidieren. Aber nun gut – Remis. Zu diesem Zeitpunkt war nicht zu erahnen, wie wichtig dieser halbe Zähler noch werden sollte. Der Berichterstatter konnte mit Schwarz gewinnen, nachdem er aufgrund der recht eigenwilligen Eröffnungsbehandlung seines Gegners  (1. d4 c5 2. c4 cd5x 3. b4 e5 4. a3 Sf6 5. g3 d5 6. Da4+ Ld7 7. b5 dxc4 8. Dxc4 Da5+ 9. Ld2 Dxb5) gleich 2 Bauern gewann.

Der weitere Verlauf gab eher zur Sorge Anlass. Am Spitzenbrett hatte Mohammed Alkasir so um Zug 20 herum mutig auf b4 eine Figur geopferte, um Angriff auf den gegnerischen König zu bekommen. Das Opfer war wohl eher intuitiver Natur. Jedenfalls, als Schwarz zur Rochade kam, war der Angriff verflogen und 2 Bauern gegen eine Figur war keine hinreichende Kompensation.

Niels-Martin Paulsen hatte bei einem kleinen Scharmützel auf der h-Linie zwar einen Bauern eingeheimst, lief dann aber leider in einen Spieß. Qualität weg und dann auch bald die Partie. Bei Vater Hauke kam es zu einem Damenendspiel mit der Verteilung von je K, D + 2 Bauern. Sollte Remis sein, doch unglücklicherweise ließ er einen Damentausch zu einem äußerst unglücklichen Moment zu. Das Bauernendspiel war nicht zu halten. Also 1,5:3,5. Stefan Gosch konnte unmittelbar danach zum 2,5:3,5 verkürzen. Genaues habe ich da gar nicht mitbekommen. „Gabel. Turm eingestellt“ war dessen etwas einsilbige Erklärung. Nun spielte an Tisch 3 noch Paco Valverde und an Tisch 5 Elke Böttcher.

Als ich mir die Stellungen etwas näher betrachtete, kam Hoffnung auf. Vielleicht doch 4:4, was uns vor der letzten Runde den 2-Punkte-Vorsprung bewahrt hätte. Paco hatte nicht nur einen Freibauern mehr, sondern auch 2 Figuren gegen Turm. Das sollte reichen.

Elke stand irgendwo zwischen Verlust, Unentschieden und Gewinn. Alles konnte rauskommen. Ihr Gegner pochte auf 2 Bauern plus. Andererseits beherrschte Elkes Riesenläufer die Diagonale a1/h8 und mit 2 Türmen auch die eine und andere Linie. So etwas kann mal schnell zum Matt führen. Jedenfalls musste Schwarz höllisch aufpassen, was sich letztlich im exorbitanten Zeitverbrauch niederschlug.

Mittlerweile hatte Paco den Gleichstand herbeigeführt – 3,5:3,5. Das Remisangebot von Elke wurde abgelehnt. Schwarz wollte unbedingt gewinnen, obwohl,  realistisch betrachtet, die Stellung für allzu großen Optimismus nichts hergab. Auch nicht mit der Brechstange. Ein Turmopfer, welches zur Bauernumwandlung führen sollte erwies sich als Chimäre. Trotz Minusturm und hoffnungsloser Stellung wurde noch weiter gespielt, bis die Zeitüberschreitung dem ein Ende machte.

Die Lauenburger nahmen es mit Fassung. Sportsgeist eben! Am 24.02.19 empfangen wir in Lübeck TuRa Harksheide II. Für beide Seiten ohne großen sportlichen Wert. Viel interessanter der Kampf um Platz 2. Der Lauenburger SV und LSV IX liegen mit 8 Mannschafts- und 30 Brettpunkten gleichauf. Lediglich die bessere BW spricht für die Lauenburger, die beim Vorletzten, SK Kaltenkirchen II, anzutreten haben, während LSV IX zum Tabellenletzten, SF Bad Segeberg III, muss. Da könnte hier wie da jeder Brettpunkt entscheidend sein.

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