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Spiele gegen Flensburg sind immer wie ein großes Familientreffen.

Und auch wenn ich meine Berichte auffällig oft mit Ironie oder einem Witz beginne, meine ich es diesmal vollkommen ernst, wenn ich sage, dass ich mich über das gute Verhältnis der Jugendlichen zwischen Lübeck und Flensburg freue und hoffe, dass diese Freundschaft auch in Zukunft beibehalten werden kann.

Demnach war es für mich überhaupt keine Frage, als Kerstin sich erkundigte, ob ich der Bundesligamannschaft, am 10.03.19, gegen Flensburg aushelfen könnte. Trotz Abiturstress nahm ich, zusammen mit meinen Teamkollegen, die 2-stündige Autofahrt auf mich, um in die drittgrößte Stadt Schleswig-Holsteins zu fahren.

Das Spiel wurde, mit Rücksicht auf unsere Anfahrt und dem freundlichen Einverständnis von Flensburg, auf 11 Uhr verlegt. Da standen wir also: Martin Kololli, Tom Bosselmann, Fin-Niklas Tiedemann, Alexandra Mundt, Max Dörp, ich selbst, die Fahrerin, Kerstin Bosselmann und ein Mops im Kofferraum. Wir standen vor einer Bäckerei, in der wir uns vor dem Spiel noch kurz Verpflegung organisiert hatten, und warteten. Auf wen? Auf die junge Dame, die vor dem offenen Fahrerfenster stand und ihr Handy mit Strom versorgte. In 5 Minuten versicherte sie uns ca. 200 Mal, dass sie uns wirklich nicht aufhalten wollte. Aber gut, Geduld ist eine Tugend und irgendwann hatte ihr Handy genug Strom für ein Telefonat und wir konnten den Spielort aufsuchen.

Ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern folgte. Ich bekam die „schlechte Nachricht“, dass mein Gegner nicht antreten konnte und Brett 6 daher kampflos an Lübeck ging. Ich konnte die Zeit dennoch sinnvoll nutzen, um Geschichte zu lernen.

An Brett 5 spielte Max gegen die Saisonentdeckung aus Flensburg. Alexander Fuchs hat gerade einmal 1200 DWZ, aber seine bisherige Leistung warnte den positionellen Spieler Max, seinem Stil treu zu bleiben und keine übertriebenen Gewinnversuche zu unternehmen. Denn Alexander hatte in dieser Saison schon drei Spieler überrascht, sowohl Hamburg, als auch Uelzen, hatten, trotz jeweils 600 DWZ Vorteil, den halben Punkt abgeben müssen. Den dritten Spieler könnte man als Max persönliche Nemesis bezeichnen, Maximilian Glaser, aus Hagen, macht Max seit Jahren das Leben schwer. Jüngst auf der DVM U20, zwischen Weihnachten und Neujahr, hatte Maximilian die Statistik wieder einmal zu seinen Gunsten verändert. Gegen ihn hatte Alexander Remis gespielt, das ist Max noch nie geglückt.

Doch unser Brett 5 ließ sich davon nicht verunsichern, seht selbst:

Lübeck führt, und legt nach.

Ein weiterer Grund für ein in Zukunft noch engeres Verhältnis zwischen dem FSK und dem LSV könnte Brett 4 sein. „Back from the dead“ ist Kayonzo Pommerenke, früher spielte er selbst für Lübeck, jetzt studiert er in Flensburg und tritt daher für sie an, nach vielen Jahren Schachpause. Heute unterlag er Alexandra. Kayonzos Bruder, Birger Pommerenke, ist übrigens zurzeit ehrenamtlich für die SJSH und schachlich für Raisdorf aktiv. Auch er war früher Lübeck. Kommt gerne beide mal wieder vorbei!

An Brett 3 entschied Fin eine interessante Angriffspartie gegen Hovhannes Harutyunyan für sich. Schon früh hatte der Gegner seinen König offengelegt und konnte sich in der Folge 20 Züge souverän verteidigen, irgendwann schlug Fin`s Angriff dann aber doch durch.

Tom gewann an Brett 2 etwas glücklich gegen Benjamin Isler. Hier brannte nach einem Mix-Morra-Black-Diemer Gambit richtig das Brett, mit glücklichem Ende für Lübeck.

Den Ehrenpunkt und gleichzeitig den überraschendsten, holte Niklas Callsen gegen unseren Titelträger, Martin Kololli. Schon auf der LJEM erkämpfte Niklas sich einen halben Punkt und zerstörte damit Martins weiße Weste. Heute ergatterte der Flensburger mit schwarz sogar den vollen Punkt.

Im Anschluss folgten interessante Analysen und Gespräche mit fast allen Spielern. Zudem bedanken wir uns bei Flensburg für die freundliche Bewirtung, euer Kuchen ist legendär, Freunde!

Auf der Tabelle stehen wir mit diesem 5:1 nun auf Platz 3, hinter Lehrte und dem HSK. Platz 2 sollte unser Ziel sein! Mal sehen, was sich machen lässt.