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Wenn man 6:0 gewinnt, ist man entweder haushoch überlegen oder der Gegner hilft kräftig mit. Fehmarn reiste lediglich zu fünft an und bot und damit den ersten Punkt gratis an. Brett 6 wurde freigelassen, als Alternative war nur Brett 1 möglich. Da wollte man aber kämpfen. Jedenfalls Fehmarn.

Unsere Gäste sind übrigens in der letzten Runde spielfrei und darüber vielleicht auch ganz dankbar. Bekanntlich spielt Fehmarn im Café "Süße Sünde" in einem Seniorenheim. Dort wurden nun alle öffentlichen Veranstaltungen "wegen Corona" abgesagt - man ist also auf der Insel derzeit ohne Spiellokal.

Auch wir haben derzeit das Thema Spiellokal auf dem Zettel, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Ich konnte schnell das 2:0 folgen lassen. Mein Gegner entschied sich für eine verhaltene Spielweise und stellte bald eine Figur ein. Er zog die Partie dann noch etwas hin und ließ später noch eine zweite Figur folgen. War wohl eher aus der Kategorie "Lieber ein Ende mit Schrecken".

Zum 3:0 kann ich nichts sagen, Michaels Partie habe ich nicht gesehen, nur durch das Fenster konnte ich beobachten, wie die Figuren in die Grundstellung wanderten. Auch das 4:0 blieb mir unbekannt. Ich sah nur ein Turmendspiel, das wohl gleich darauf in ein klar gewonnenes Bauernendspiel transformiert worden ist .

Das 5:0 war eine Zeitüberschreitung. Warum und auf welche Weise war auch Nicole wohl nicht ganz klar. Wahrscheinlich war es einfach Zeit, wieder nach Fehmarn zu fahren. Ich glaube, das war aber die einzige Partie des Kampfes, bei dem mal ein Remisangebot ausgesprochen wurde (da stand es schon 2:0). Wahrscheinlich war es ein kämpferischer Abend.

Über das 6:0 schreibe ich jetzt einfach mal, dass es eine souveräne Leistung von Martin gewesen ist, auch wenn er sich lange mühen musste. Schließlich muss ich unseren haushohen Sieg ja auch ein wenig rechtfertigen, mit dem wir immerhin die Meisterschaft der Bezirksliga B Ost dingfest gemacht haben.

Vor dieser Saison war bedauerlicherweise die Mannschaft aus Reinfeld ausgeschieden, sie tritt jetzt als 4er-Mannschaft in der Kreisklasse A Ost an. Vielleicht sollten in der Bezirksliga B Ost sowohl 4er- als auch 6er-Mannschaften starten dürfen. Man kann diese Mischliga vielleicht mal probieren.

Wir spielten Freitagabend und ließen die Bretter für den Sonntag stehen, da spielte unsere Jugendbundesligamannschaft gegen Hagen. Der LSV gewann auch hier 6:0. Das bringt mich zum Schluss an den Anfang. Für so einen Sieg ist nicht die haushohe Überlegenheit verantwortlich. Auch nicht die kräftige Mithilfe des Gegners. Es sind die Bretter. Genau diese Bretter. Schach ist doch wirklich ganz einfach, wenn das Spiel richtig aufgebaut ist.