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Am 26.Juni begann für unsere beiden Mannschaften das Abenteuer "DSOL". Das Angebot des Deutschen Schachbundes richtet sich dabei an die Vereine, die auch in der Corona-bedingten Wettkampf-freien Zeit an einem Ligabetrieb teilnehmen möchten. Das Interesse ist anscheinend groß - die Zahl von 246 gemeldeten Mannschaften spricht eine deutliche Sprache!

LSV I geht in der DSOL mit sechs Spielern an den Start und aufgrund der hohen Wertungszahlen unserer ersten beiden Bretter sind wir nominell sogar die fünftstärkste Mannschaft. In der ersten Runde gegen die Biebertaler Schachfreunde galt es, diese Einschätzung zu bestätigen. Um das Ende vorwegzunehmen: Das ist uns nicht gelungen, mit dem Unentschieden konnten wir am Ende mehr als zufrieden sein... Unsere Gegner waren im Durchschnitt deutlich jünger als wir, und ein Blick auf die Webseite des Vereins verdeutlicht, dass in Biebertal sehr aktive Jugendarbeit betrieben wird:  Insbesondere das Angebot mehrerer nach Spielstärke gestaffelter Trainingsgruppen kommt mir sehr bekannt vor und ist ein Anzeichen dafür, dass sich dort (genau wie in Lübeck) ein ganzer Trainerstab engagiert.

Der Mannschaftskampf sollte eigentlich um 19:30 Uhr beginnen, aber aufgrund technischer Schwierigkeiten verzögerte sich der Beginn um ca. 25 Minuten. Der Mannschaftsführer Joa Bornholdt gab sein Bestes (vielen Dank dafür und für den gesamten Einsatz, was das Online-Schach betrifft!) und um kurz vor Acht konnten die Partien dann beginnen. Zwei Partien wurden in unserem Vereinsheim gespielt (Brett 2 und 3), während die anderen beiden Lübecker vermutlich am heimischen Schreibtisch saßen. Das ist schon ein Unterschied zum normalen Mannschaftskampf und für mich persönlich der Hauptunterschied - ob man seine Züge nun auf einem richtigen Brett ausführt oder mit der Computer-Maus, spielt für einen ITler keine so große Rolle, obwohl es schon seltsam ist, dass die Körpersprache des Gegners (und die eigene) bei der Stellungsbewertung und der Zugauswahl vollständig entfällt.

Meine Partie begann mit etlichen Abtäuschen und einem leichten Vorteil für mich aufgrund des Läuferpaares (das war zumindest mein Eindruck). Leider hörte ich relativ bald aus dem Nebenraum, in dem Thomas spielte, einige Unmutsäußerungen, die darauf schließen ließen, dass er etwas übersehen hatte. Da mir die Stellungen der anderen beiden Lübecker (Frederik Svane und Rainer Noreisch) nicht bekannt waren, sah ich mich genötigt, dem ungleichfarbigen Läuferendspiel auszuweichen und weiter auf Gewinn zu spielen. Dieser Versuch erwies sich allerdings als vollkommen untauglich: Mit einer Reihe von genauen Zügen gelang es meinem Gegner Florian Reichelt, seinen a-Bauern umzuwandeln, so dass er mit Läufer und Springer gegen das jetzt halbierte Läuferpaar auf Gewinn stand. Aufgrund des falschen Randbauern erwies sich die Gewinnführung jedoch als nicht elementar, und aufgrund eines Maus-Slips (vermute ich) warf Florian zunächst die Mehrfigur und direkt danach sogar den ganzen Punkt weg. Alles in allem erreichten wir damit ein wirklich unverdientes 2-2. Beim Schach gibt es ja bekanntlich weder Glück noch Pech, aber ob das auch für das Online-Schach gilt, weiß ich nicht...

Am 10.Juli geht es weiter mit dem Kampf gegen den SK Gründau. Wir haben aufgrund der Unterbrechung der DSOL wieder Heimrecht, aber das macht ja nur einen Unterschied in Bezug auf die Farben und nicht auf den Spielort.

Hier noch einige Links:

Webseite der SF Biebertal

LSV I in der DSOL

Turnierseite DSOL

Unterbrechung der DSOL für eine Woche